Über mich

Station 01

Die Sowjets verfehlten die Kuppeln, und ich verfehlte Amerika

Fast in Polen geboren -
und dann kam der Schnee.

Ich sollte – wie meine Schwester – in Polen geboren werden.
Doch im Winter 1973 landeten meine Eltern bei den Großeltern in Nordrussland, und dort kam ich zur Welt. Das Krankenhaus lag nicht weit von einer Kirche, deren Kuppeln voller Einschusslöcher steckten. Die Sowjets hatten versucht, sie herunterzuschießen – vergeblich. Also machten sie unten eine Traktorenwerkstatt hinein. Praktisch, wenn man zwischen Ölwechsel und Achsenfettung gleich noch um Sündenvergebung bitten konnte.
Meine spirituelle Laufbahn endete schon vor dem Start: Mutter Atheistin, Vater Jude – am Ende blieb ich religionslos. Vielleicht, damit ich mir meinen Gott später selbst aussuchen könnte.

Über mich

Station 02

Über sich selbst zu schreiben ist wie Kartoffeln mit bloßen Händen aus der Erde zu holen.
Ich habe beides gemacht. Und dabei festgestellt: Die Erde gibt manchmal Geschichten her, die man einfach erzählen muss.

Es war ein heißer Sommertag. Ich war zwölf – oder vielleicht dreizehn und auf einem endlosen Kartoffelfeld gelandet.
Mein Vater war längst nicht mehr da, also stand ich mit meiner Mutter und meiner Schwester zwischen den Reihen.
Sie – bewaffnet mit einer Schaufel. Ich – mit Ausreden.

Kartoffeln ausgraben. Zählen. Säcke schleppen.
Ich versuchte mich zu drücken, redete viel, rechnete nach, ob sich die Arbeit überhaupt lohne.
Und im Himmel: ein kleines, doppelflügeliges Flugzeug, das zur Landung ansetzte. Ich lief ihm entgegen. Breitete meine Amen wie ein Flieger. Der Pilot sah mich und wackelte mit den Flügeln seines Flugzeugs. Das war so fasziniert, dass ich zu meiner Mama sprach:
„Mama, ich bin nicht für Kartoffeln geboren.“

Sie lachte.
„Ach ja? Und wofür dann?“
Ich zuckte die Schultern.
„Ich weiß es nicht. Aber ich spüre es. Für was anderes. Für was ganz Großes.“

Dann lachten wir beide.
Und ich schleppte meinen staubigen, verschwitzten Körper zurück zu den Kartoffeln.

Heute glaube ich: Vielleicht war dieses „Große“ genau das hier.


Die Geschichten. Die Bücher. Das Schreiben.

 

.... und Kartoffeln natürlich auch, aber nur zum essen
 

 

 

 

Station 03

   Seit 1991 lebe und arbeite ich in Nürnberg und schreibe neuerdings spannende  und vor allem humorvolle Geschichten.
Mein erstes Buch, Mein Sprung in die Freiheit, erzählt von meiner Flucht aus der Sowjetarmee – humorvoll, absurd und mit viel Menschlichkeit. 

Im Frühjahr 2026 erscheint mein zweites Buch: Parkinson – Mein Körper hat mir gekündigt.

Ein Tanz mit der Langsamkeit, oder warum ich trotzdem lache.

 

 Autor zu werden war nie mein Berufswunsch – eher ein Unfall mit Happy End.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.